
Max Ott, geboren 1967 in München, ist ein vielseitiger Künstler, dessen Arbeiten sich zwischen Malerei, Fotografie, Illustration und Grafikdesign bewegen. Mit einer Ausbildung als Kommunikationsdesigner und einem Studium an der Freien Kunstschule München hat er sich eine facettenreiche künstlerische Karriere aufgebaut. Neben seiner freiberuflichen Tätigkeit ist er seit vielen Jahren als Dozent für Design und Fotografie an verschiedenen Hochschulen tätig. Seine Werke wurden in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt und umfassen unter anderem „Kunst am Bau“-Projekte, großformatige Fotografien und expressive Gemälde.
Otts Werke zeichnen sich durch eine besondere Dynamik und Ausdruckskraft aus. In seinen Gemälden kombiniert er oft skizzenhafte Elemente mit kräftigen Pinselstrichen und Farbflächen, wodurch eine spannende Balance zwischen Figuration und Abstraktion entsteht. Seine Fotografien, oft dem „Phototachismus“ zugeordnet, fangen urbane Szenen und Momentaufnahmen mit einer besonderen künstlerischen Handschrift ein. Diese stilistische Bandbreite zeigt sich auch in seinen Arbeiten für Magazine, Theaterprojekte und Kunstinstallationen.
Seine Kunst wurde in zahlreichen Ausstellungen präsentiert, darunter Einzelausstellungen in München, New York, Abu Dhabi und Kairo. Besonders hervorzuheben sind seine „Kunst am Bau“-Projekte, bei denen er großformatige Werke für Unternehmen und öffentliche Räume realisierte. Zudem arbeitet er regelmäßig mit renommierten Künstlern wie Marcus Jansen, Paul Ching-Bor und Rita de Muynck zusammen.
Max Otts Portfolio ist ein beeindruckendes Zeugnis seiner künstlerischen Vielseitigkeit. Ob als Maler, Fotograf oder Illustrator – seine Arbeiten sind immer geprägt von einem tiefen Gespür für Komposition, Ausdruck und Atmosphäre. Seine aktuelle Serie „People“ ist eine eindrucksvolle Reflexion über die menschliche Figur und ein Beleg für sein unermüdliches kreatives Schaffen.
Die Serie „People“, dokumentiert im zweiten Band seines aktuellen Katalogs, zeigt eine intensive Auseinandersetzung mit der Darstellung von Menschen. Inspiriert von den Einschränkungen während der Pandemie begann Ott 2020 verstärkt zu malen und zu zeichnen. Das Ergebnis sind Hunderte von Werken – Skizzen, Zeichnungen und Gemälde – die sich mit Köpfen, Gesichtern und Körpern beschäftigen. Sie fangen Emotionen ein, variieren zwischen realistischen und expressiven Darstellungsformen und spiegeln Otts tiefgehendes Interesse an der menschlichen Figur wider.
Das Projekt „Bildträger“ verbindet klassische Malerei mit den Möglichkeiten künstlicher Intelligenz.
Ausgangspunkt sind expressive Porträts – gemalte Figuren, die häufig keine realen Vorbilder haben. Die dargestellten Personen befinden sich oft in einem Zustand des Innehaltens oder der inneren Entscheidung.
In einem zweiten Schritt wird dieser Prozess umgekehrt: Mit Hilfe künstlicher Intelligenz werden Figuren generiert, die den gemalten Charakteren ähneln könnten. Diese erscheinen anschließend in kurzen Videosequenzen und halten das jeweilige Gemälde in den Händen.
Das Bild erzeugt damit seinen eigenen Träger.
Die Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle von Malerei, Videokunst und digitaler Bildgenerierung. Sie knüpft an Positionen der Medienkunst an – etwa an die Erweiterung des Bildbegriffs bei Nam June Paik oder an den performativen Kunstbegriff von Joseph Beuys.
Während die Malerei einen stillen Moment fixiert, führt die Animation eine zeitliche Dimension ein: ein Blick, eine minimale Bewegung, eine Veränderung im Ausdruck.
Die Arbeiten werden doppelt gezeigt:
Zwischen Bild und Körper entsteht so ein zirkulärer Zusammenhang: Das Gemälde erzeugt die Figur – und die Figur trägt das Gemälde.